Forschungsschwerpunkt: Anormalität und Religion

Was verstand man im 19. und frühen 20. Jahrhundert unter Anormalität? Wie ließ sie sich psychologisch, aber auch religiös jeweils erklären? Wie wurde sie behandelt, wer war für sie zuständig und wo waren die Orte, an denen ihre Bearbeitung vollzogen wurde? Und wie lässt sich die Kategorie der Anormalität auch religionstheoretisch ausloten?
Ziel dieser Forschungen zur Frage nach Anormalitätsdiskursen im Rahmen meines 2013 abgeschlossenen Dissertationsprojekts ist die Beschreibung der Entstehungsgeschichte der Psychologie und Psychiatrie als Teil der europäischen Religionsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Im Zentrum des Interesses stehen dabei vor allem die religiösen Dimensionen dieses Verwissenschaftlichungsprozesses, der am Beispiel von Anormalitätsdiskursen und unter Bezugnahme auf T. Gieryns Konzept der ‚Grenzarbeiten‘ genauer analysiert wird.
Die diskursanalytische Perspektivierung des Themas zielt darauf, unterschiedliche Praktiken der Herstellung von wissenschaftlichen ebenso wie religiösen Geltungsansprüchen zu analysieren und ihre gegenseitige Verwobenheit in diesem Zeitraum aufzuzeigen.

Zur Publikation